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3 gute Gründe, warum du ab jetzt Send und Return in Ableton Live nutzen solltest

Send und Return in Ableton Live

Send Und Return - Effekt Klassiker im Tonstudio

In diesem Beitrag widmen wir uns einem klassischen Thema in der Musikproduktion: Send und Return Effekte! Der richtige Umgang mit dieser professionellen Art zu effektieren kann euren Workflow und auch euren Sound auf das nächste Level bringen.

Wie ihr Send und Return in Ableton Live richtig benutzt und was der Unterschied zu Insert-Effekten ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen!

Insert vs. Send und Return in Ableton Live

Normalerweise legen wir unsere Effekte immer auf jede Spur in die horizontale Spalte am unteren Rand der DAW ab und erstellen mit den einzelnen Tools unsere Effektketten. Man bezeichnet diese dann als Insert-Effekte, da sie jeder Spur einzeln hinzugefügt werden.

Mit der Verwendung der Send und Return Spuren arbeitet man bei der Effektierung mit einem ganz anderen Ansatz. Hier legen wir einen oder mehr Effekte auf eine Spur, die kein Instrument enthält. Somit ist sie eine reine Effektspur (Return).

Return Spur erzeugen

Umd Send & Return in Ableton Live nutzen zu können, müsst ihr erst einmal eine Return Spur erstellen. Bei dem Menupunkt „erzeugen“ könnt ihr eurem aktuellen Projekt eine Return Spur hinzufügen. Das gute an Live ist: Ihr könnt so viele Return Spuren erstellen, wie ihr möchtet.

Auf dieser Spur könnt ihr jetzt einen Effekt legen oder auch eine ganze Effektkette. Diese erstellt ihr so, wie ihr es auch bei der Insert Effektkette gewohnt seid, nur mit einem wichtigen Unterschied: Die Effekte auf den Return Spuren müssen alle auf 100% Wet gestellt sein, damit aus diesen ein rein effektiertes Signal kommt.

Wäre in dem Signal noch ein Anteil vom Direktsignal vorhanden, könnte es zu Problemen in der Phase und zu Auslöschungen kommen. Das wollen wir natürlich vermeiden und halten unsere Return Effekte alle auf 100% Wet.

Unser neuer Regler, mit dem wir das effektierte und das Direktsignal einander zumischen sind jetzt die Sends!

Warum nutzen wir Send Effekte?

Diese Technik kommt aus dem analogen Tonstudio. Insert Effekte muss man nämlich beim analogen Mischpult jedem Kanal einzeln anlegen. Mit der Verwendung der Send Effekte lassen sich aber mehrere Spuren in ein und denselben Effekt fahren. 

Aus logistischen Gründen nutzt man daher im analogen Studio Send & Return Effekte, wenn man mit der Effektierung nicht auf Sounddesign abzielt, sondern das Ziel der Effektierung zum Beispiel eine konsistente Tiefenstaffelung im Track ist. 

Bei uns in der digitalen DAW haben wir zwar kein Platzproblem wie es beim analogen Mischpult der Fall ist.

Es gibt aber trotzdem gute Gründe, warum wir auch beim digitalen Produzieren auf Send und Return in Ableton Live nicht verzichten sollten – Zum Beispiel, wenn wir All-Time-Favourites wie Reverb nur einmal einstellen.

Außerdem erhält euer Mix dadurch ein stimmiges Gesamtbild, da mehrere Sounds in den gleichen Hallraum gestellt werden und somit wie aus einem Guss klingen. 

Auch der Workflow kann durch die Verwendung von Send und Return in Ableton Live flüssiger werden. 

Tiefenstaffelung

Wenn ihr im Mixing Prozess seid und eurem Track unterschiedliche Raumtiefen verpassen wollt, bietet sich die Nutzung von Send und Return in Ableton Live an.

Ihr könnt eurem Track mit diesem Workflow ganz einfach eine Tiefenstaffelung geben, in dem ihr auf verschiedenen Return Spuren verschieden große Hallräume erstellt.

Eine klassische Variante wäre ein kleiner Hallraum und ein etwas größerer. Im Laufe der Produktionsphase könnt ihr dann entscheiden, welche Sounds ihr in den kleinen und welche ihr in den großen Hallraum senden wollt.

Viele Produzenten und Produzentinnen speichern sich solche Return Spuren in einem Template oder Standard Set ab, um so immer mit den gleichen Hallräumen, die man sich einmal erstellt hat, arbeiten zu können.

Hier muss jeder für sich schauen, ob dieser Workflow passt – zu einem selbst und zum jeweiligen Projekt, an dem man arbeitet. Der Vorteil ist sicher, dass man einen schnelleren Einstieg in eine neue Session findet und man auch damit beginnt, einen Signature Sound zu entwickeln, da man immer seine eigene Effektkette wieder verwendet.

Der Nachteil von Standard Sets kann aber auch sein, dass man sich zu sehr fest fährt und keine neuen Effektkombinationen mehr ausprobiert.

Parallel Processing

Bei vielen Effekten in Live gibt es einen Dry/Wet-Regler, mit dem ihr das effektierte Signal dem Direktsignal zumischen könnt. Das Signal wird dazu im Hintergrund dupliziert – das gleiche geschieht übrigens auch bei den Send Effekten!

Wenn ein Effekt in eurer DAW also keinen Dry/Wet Regler hat, könnt ihr eine Return Spur erzeugen, mit dem gewünschten Effekt belegen und jetzt mit den Send Reglern eurem Direktsignal zumischen. Ihr habt euch dann sozusagen selbst einen Dry/Wet Regler erstellt.

Das gleiche Ziel erreicht ihr übrigens auch, wenn ihr mit einem Audio Effect Rack arbeitet und Ketten erzeugt, die ihr einander zumischt.

Pre und Post Sends - Send und return in Ableton Live

Pre & Post Fader

Die Schalter Pre und Post, die ihr rechts an der Master Spur gleich über dem Fader sehen könnt, sind in Ableton Live meistens auf Post vor eingestellt.

Post bedeutet, dass die Lautstärke des Signals, das in die Return Spur geschickt wird, über den Lautstärke Fader geregelt wird.

Wenn ihr Pre einstellt, wirkt der Lautstärke Fader nicht mehr auf die Lautstärke des geschickten Signals ein, sondern der jeweilige Send Regler.

Dreht den Send einmal zur Übung voll auf und stellt den Lautstärkefader der Spur ganz nach unten. Ihr könnt jetzt trotzdem hören, dass das Send Direktsignal in die Return Spur geschickt wird, ihr hört aber nur das effektierte Signal.

Das Senden des Signals geschieht bei der Einstellung Pre also vor dem Fader, bei Post nach dem Lautstärkefader.

Recording und Automationen

Ihr habt einen Midi-Controller mit Knobs oder Fadern in eurem Studio? Dann könnt ihr euch die Send Regler auf den Controller Zuweisen und damit intuitiver effektieren und automatisieren.

Wenn ihr eure Automationen aufnehmen wollt, stellt sicher, dass der Schalter „Aufnahmebereitschaft Automation“ aktiviert ist. Diesen Schalter findet ihr ganz oben in Live, wo sich eure Control Bar befindet, direkt neben dem Plus-Symbol.

3 gute Gründe, warum du ab jetzt Send und Return in Ableton Live nutzen solltest 1

Return Signal abgreifen und experimentieren

Effekt Signal

Wenn ihr nur das effektierte Signal der Return Spuren abgreifen wollt, könnt ihr eine Audio Spur erzeugen und das Output Signal der Return Spuren in die Audio Spur routen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu realisieren:

Wenn ihr nur das effektierte Signal einer einzigen Return Spur abgreifen wollt, erstellt ihr euch eine Audio Spur und wählt bei „Audio from“ die gewünschte Return Spur aus. Jetzt stellt ihr mit „Record Arm“ die Audio Spur scharf, wählt im Monitoring-Bereich Input aus und nehmt euren effektierten Sound aus der Return Spur auf.

 

Mit dieser Audio Spur könnt ihr spannende Transitions im Arrangement gestalten oder die ganze Sache noch auf die Spitze treiben: Wenn ihr diese Audio Spur wiederum ganz vorsichtig (!) in eure Return Spur zurückschickt, können sich interessante Feedback- und Rückkopplungs-Effekte ergeben.

Seid mit dieser Technik aber achtsam und regelt vorsorglich die Lautstärke an eurem Interface runter, sonst könnten laute Rückkopplungen eurem Gehör schaden.

 

Return Spur

Ihr könnt auch das effektierte Signal aller Return Spuren in eine Audio Spur routen. Dazu erzeugt ihr wieder eine Audio Spur und wählt diesmal bei den Return Spuren bei „Audio to“ den Namen der erzeugten Audio Spur aus.

Jetzt schickt ihr alle effektierten Return Signale in diese Audio Spur. Aktiviert hier wieder den Input im Monitoring-Bereich sowie Record Arm am unteren Ende der Spur.

Nun könnt ihr eure Aufnahme beginnen und mit den daraus entstandenen Audio Files weiter arbeiten.

 

Fazit - Send und Return in Ableton Live

Die Nutzung von Send und Return in Ableton Live befeuern euren Workflow und lassen eure Tracks wie aus einem Guss klingen.

Die Erstellung von Tiefenstaffelung im Track kostet weniger Zeit und ihr könnt mit Send und Return in Ableton Live spannende Rückkopplungseffekte erzeugen, die euch wiederum zu interessanten Sonddesign-Ideen bringen und der Workflow ermöglicht euch ein schnell erstelltes parallel Processing! 

Für uns sind das drei gute Gründe, warum man auf Send und Return in Ableton Live nicht verzichten kann.

Wir empfehlen euch, Send und Return in Ableton Live einfach mal zu benutzen und zu schauen, ob ihr euch mit diesem Workflow anfreunden könnt. Aus technischer Sicht gibt es bestimmte Prozesse, bei der die Nutzung von Send und Return in Ableton Live euch vermutlich schneller zu einem besseren Ergebnis führt.

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